Wie bereits in meinem letzten Beitrag angekündigt, möchte ich euch, in diesem Jahr noch etwas mehr in meinen Alltag mitnehmen. Ich habe mich entschlossen ein “52 Wochen Projekt” zu starten und immer sonntags, eventuell auch mal montags, einen Wochenbericht hochzuladen. Ich habe gemerkt, dass euch die Tagesberichte sowohl auf Facebook als auch auf Instagram sehr fehlen, aber es ist für mich zeitlich oft nicht machbar, auf allen Plattformen einen detaillierten Bericht zu schreiben. Mit meinen wöchentlichen Berichten habe ich zum einen die Möglichkeit, euch am alltäglichen Geschehen teilhaben zu lassen und zum anderen, kann ich die jeweilige Woche auch nochmal für mich selbst Revue passieren lassen. In diesen Beiträgen wird es nicht immer die perfekten Bilder geben, denn hier soll wirklich unser Alltag widergespiegelt werden, was im Endeffekt bedeutet, dass ich auch Schnappschüsse hochladen werde, die eben nur mit dem Handy gemacht wurden. Ich freue mich total auf das Jahr und bin gespannt, welche Highlights es für mich bereit hält.

Sonntag, 01.01.2017

Das Jahr begann furchtbar. Ja wirklich! Wir haben zusammen mit Mailo und Ida eine Hundeparty bei Freunden veranstaltet und während andere sich am Feuerwerk erfreuten, flog bei uns ein Vogel durch die offene Balkontür ins Wohnzimmer. Ein Vogel! Während andere unter einer Spinnenphobie leiden, habe ich eine ausgeprägte Vogelphobie und suchte das Weite. Björn hetzte dem Piepmatz hinterher, der, eine gefühlte Ewigkeit später, endlich den Weg nach draußen gefunden hatte. Was für ein Jahresstart!

Nach einer, für meinen Geschmack, deutlich zu kurzen Nacht, fuhren Björn und ich am späten Nachmittag in den Stall um mit Keks und Mailo einen Neujahrsspaziergang zu machen. Von der Sonne begleitet liefen wir unsere Standardrunde und es war einfach total schön. So konnte das neue Jahr dann doch beginnen.

Montag, 02.01.2017

Die erste Dressureinheit des Jahres stand auf dem Programm. Zugegebenermaßen war ich im Dezember, was das Training betraf, etwas faul. Doch so langsam geht mein Blick auf die bevorstehende Turniersaison und dementsprechend wird es Zeit wieder etwas mehr ins Training reinzukommen. Außerdem müssen die Festtagspfunde abtrainiert werden, zumindest bei mir.

Wir arbeiteten am vorwärts abwärts, denn das fällt Keks nach wie vor schwer. Auch zwischen den einzelnen Übungen lasse ich immer wieder die Zügel aus der Hand kauen, damit er sich strecken kann. Anfangs nimmt er es selten gut an, aber nach einer längeren Einheit in der Trab- oder Galoppversammlung, freut er sich darauf, die Nase geht Richtung Boden und meistens schnaubt er sogar ab. Die Galoppübungen binde ich immer wieder in das Training mit ein, aber der Hauptfokus liegt momentan auf dem Trab und hier besonders auf dem Mitteltrab. So richtig schön schwebend ist das alles noch nicht und vor allem habe ich große Probleme Keks zu sitzen, wenn er sich nur minimal fest macht. Gefühlt, wie ein Kartoffelsack, der auf und ab hüpft. Im Zweifel verzichte ich auf das Aussitzen und trabe leicht. Insgesamt muss ich aber sagen, dass der Trab in den vergangenen Wochen schon sehr viel besser geworden ist und ich hoffe wir können das dieses Jahr auch in den L Dressuren zeigen.

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Dienstag, 03.01.2017

Keks hatte frei und ich verwöhnte ihn ein bisschen mit putzen. Standardmäßig machen wir an solchen Tagen auch immer etwas Quatsch. Seit Wochen versuche ich ihm “Kiss” beizubringen, aber gelinde gesagt, er checkt es nicht. Nachdem ich am Flehmen und „Nein-Sagen“ auch schon gescheitert bin, glaube ich langsam, dass er so was einfach doof findet. Aber trotzdem probiere ich es weiter, da es einfach Spaß macht, Abwechslung in den tristen Winter bringt und so schlecht findet Keksi es auch nicht, immerhin kann er Leckerlis absahnen.

Mittwoch, 04.01.2017

Meine Reitbeteiligung ist endlich wieder gesund und kümmerte sich um Keks. Das klingt jetzt fast nach einer großen Erleichterung und wenn ehrlich bin, war es auch so. Ich bin echt gerne im Stall, aber ich genieße auch meine “Keks-freien” Tage um all die Sachen, die sonst noch so auf meiner To Do Liste stehen, abzuarbeiten.

Eines dieser To Do‘s ist das Thema Pferdeanhänger. Die Anschaffung war so für Februar / März geplant, aber ich dachte, es schadet nicht, sich frühzeitig zu informieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte ich Preise von Neu- und Gebrauchtanhängern verglichen und bin damals schon zu dem Entschluss gekommen, dass es wahrscheinlich ein neuer werden wird, da ich nicht bereit bin 3000 Euro für einen 15 Jahre alten Hänger auszugeben, wo ich nicht einmal weiß, wie der die Jahre über gepflegt worden ist. Da Keks versorgt war, war der Mittwoch eine gute Gelegenheit, um Anhänger mal live und in Farbe anzugucken. Nur gucken. Auf gar keinen Fall direkt kaufen. Wenigstens eine Nacht drüber schlafen. Ist ja logisch!

Wir fuhren in das Anhängerzentrum Wörmann in Hebertshausen, schauten uns verschiedene Modelle an und besprachen mit Joe Wörmann persönlich die Vor- und Nachteile. Der Milano hatte es mir angetan. Ganz kurz hatten wir noch einen gebrauchten Anhänger im Gespräch, aber auch hier kam ich erneut zu dem Entschluss, dass ich lieber etwas tiefer in die Tasche greife, dafür aber einen neuen Anhänger habe und ganz genau weiß, was mit ihm so passiert. Björn wurde im blasser im Gesicht, als es auf einmal um die Preisverhandlung ging. Er erinnerte mich kurz daran, dass wir nur gucken wollten und auch ich sagte mir, dass man solche finanziellen Entscheidungen nicht sofort treffen sollte und ich auf jeden Fall eine Nacht drüber schlafen muss. Keine fünf Minuten später unterschrieb ich, entgegen all den guten Vorsätzen, den Kaufvertrag für meinen eigenen Pferdeanhänger, einen Wörmann Milano. Und der arme Björn verlor die letzte Gesichtsfarbe und stammelte im Auto irgendwas von “Nie wieder eine Reiterin” – versteh ich gar nicht…

Mein erster eigener Anhänger. Ein weiterer kleiner Traum ist in Erfüllung gegangen, auch wenn ich es noch gar nicht so richtig wahrhaben kann, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich meinen Anhänger erst Anfang März abhole, denn so lange darf er noch in der trockenen Lagerhalle im Wörmann Anhängerzentrum stehen bleiben. Irre – ich habe einen Pferdeanhänger gekauft!

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Donnerstag, 05.01.2017

Ein weiterer Tag für meine Reitbeteiligung, da sie ja jetzt so lange nicht da war und die Zeit mit Keks erst einmal wieder genießen soll.

Für mich war der Donnerstag wie ein Freitag, da wir in Bayern am Freitag einen Feiertag hatten. Eines unserer Weihnachtsgeschenke war ein Puzzle. Nicht irgendein Puzzle, sondern ein ganz besonderes, nämlich die “Björn, Claudia, Keks & Mailo” Edition. Ich hatte uns eines der Bilder, die Veronika von uns gemacht hat, bei Ravensburger als Puzzle designen lassen und nun war es an der Zeit das Ganze, Teil für Teil zusammenzusetzen. Noch ein schöner Rahmen außen rum und nun ziert das gute Stück unsere Wohnzimmerwand.

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Freitag, 06.01.2017

Am Morgen wurde ich tatsächlich von der Sonne geweckt. Die Gute hat sich schon lange nicht mehr sehen lassen und umso motivierter sprang ich aus dem Bett. Wow, es schien nicht nur die Sonne, sondern es hatte auch noch etwas Schnee gegeben. Das war, im wahrsten Sinne des Wortes, richtiges “Königswetter” und ich beschloss ausreiten zu gehen.

Zugegebenermaßen bin ich kein großer Freund von Ausritten im Schnee, da es so schnell rutschig und somit gefährlich werden kann. Ich ritt überwiegend Schritt und auf einem Feldweg mit Schneedecke etwas im Trab. Teilweise mussten wir uns durch Schneeverwehungen kämpfen, aber Keks machte das ganz tapfer und war auch insgesamt anständig und brav, was ja leider nicht immer der Fall ist. Trotz klirrender Kälte, immerhin -10 Grad, war es aber ein wunderschöner Ausritt, den ich in vollen Zügen genossen habe.

Außerdem stand noch der endgültige Umbau von meinem Pferdekleiderschrank auf dem Programm. Der Schrank hatte ursprünglich nur eine Stange für das Aufhängen der Schabracken und ich wollte gerne eine zweite haben. Nachdem ich mich erst vermessen und dann verbohrt hatte, übernahm Björn und baute unter meinen wachsamen Blicken den Schrank um. In dem Zusammenhang habe ich meine, ich nenne es mal Ausstattung, begutachtet und mit Erschrecken festgestellt, dass sich da doch schon ganz schön was angesammelt hat. Von wegen ich überlege immer ganz genau wofür ich mein Geld ausgebe… Ups.

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Samstag, 07.01.2017

Der erste Spinglehrgang in diesem Jahr bei Philipp Dehning stand an und ich war mir überhaupt nicht sicher, ob ich mich darauf freute oder nicht. Ja, ich springe gerne und freue mich auf so ein Auswärtstraining, aber, bei aller Liebe, nicht bei -15 Grad. Die Kälte hat mich echt wahnsinnig gemacht. Da Absagen schlecht ging, entschied ich mich für den qualitativ guten Zwiebellook, Fußwärmer und gleich zwei Mützen. Alles nur, um kurz darauf im Stall, die Erkenntnis zu haben, dass ich anscheinend immer noch nicht warm genug angezogen bin. Mir war kalt.

Und dementsprechend bin ich dann auch geritten. Wie ein Steifhörnchen. An sich war es schon gut, aber uns fehlte diesmal der Zug zu den Sprüngen und in der Reihe sind wir total verhungert, so dass Keksi beim ersten Durchgang vor dem letzten Sprung in der Reihe kurz stehenblieb und sich dann entschloss aus dem Stand zu springen. Was für ein Pferd! Es war auch wieder ein kleiner Wassergraben und Plankensprünge mit dabei und Keks ist über alles drüber, wenn auch manchmal mit glotzen. So langsam habe ich aber das Gefühl, dass die Zeiten des kompletten Verweigerns vorbei sind. Keks hat das echt gut gemacht und im Nachhinein habe ich mich eher über mich selbst geärgert. Ich bin einfach nicht so gut geritten an dem Tag, habe ihn nicht genug unterstützt am Sprung und ihn so verunsichert. Aber mir war kalt. Blöde Begründung.

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