Mit Keks in den Busch zu gehen, war für mich lange Zeit keine Option. Er ist nicht das mutigste Pferd und auch nicht der beste Springer. Aber gerade das sind Eigenschaften, die man im Busch braucht. Naja, und dann war da auch noch ich…

Warum wir in den Busch wollen

Den ersten Kontakt mit kleinen Baumstämmen hatten wir bereits im November (Bericht: Von Baumstämmen und Stunteinlagen auf dem Springplatz). Ich machte mit Keks den Reitpass mit Springen, was wiederrum Voraussetzung für den Trainerlehrgang ist. Ich war damals bestimmt die anstrengendste Teilnehmerin aller Zeiten! Über jeden Baumstamm äußerte ich, dass er zu hoch ist. Besonders schlimm war es am ersten Tag. Ich hatte, auf gut deutsch, die Hose gestrichen voll! Ein paar Baumstämme später, merkte ich aber, hey, wir können das und es macht super viel Spaß!

Den Reitpass bestanden wir und der Grundstein für den Busch, war gelegt. Bei der Trainerprüfung muss ich einen Geländekurs reiten, was ich im „Notfall“ auch mit einem Schulpferd machen würde, allerdings wäre es mein Wunsch, die Teilprüfung mit Keks zu reiten. Mein eigenes Pferd kenne ich am besten und vor allem vertraue ich ihm. Um uns beide vorzubereiten und dem Thema Gelände eine reelle Chance zu geben, war schon vor Weihnachten klar, dass wir in diesem Jahr öfter in den Busch müssen. Da uns das Wetter lange Zeit einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht hatte, war es erst Ende April so weit und wir fuhren zu unserem ersten richtigen Geländelehrgang. Zum Selbstschutz habe ich uns bei der Anmeldung als totale Anfänger deklariert.

IMG_6382

Geländekurs bei Johannes Grupen

Während ich am Morgen noch dachte, wir würden ganz entspannt ein paar Baumstämme springen, wurde ich bereits beim dritten Sprung, eines besseren belehrt. Himmel, wir sollten bergab springen! Ich hatte mich selber zu dem Kurs angemeldet, also war jetzt ein guter Zeitpunkt, mal die Arschbacken zusammenzukneifen und auf das zu Vertrauen, was wir können.

Können wir bergab springen? Keine Ahnung!

Egal! Ich ritt auf den Sprung zu, säuselte Keks noch ein „das schaffen wir“ zu und landete sicher auf der anderen Seite. Der Wahnsinn! Nach außen mag das immer alles so easy wirken, und damit unmissverständlich, warum ich immer erst Zweifel habe und es dann so gut läuft. Ja, ich wiederhole mich, aber ich weiß einfach wie dieses Pferd beim Springen einmal war und ich will ihn auf gar keinen Fall überfordern, geschweige denn, dass wir stürzen, weil ich nicht richtig anreite. Es also meine Schuld wäre.

Zum Thema Distanzen im Gelände, sagte Johannes übrigens: „Du bestimmst das Tempo, die Richtung und den Kurs. Dein Job. Den Rest muss er machen. Sein Job.“

Wie man in den Videos sehen kann, haben wir uns an dem Wochenende mal wieder selbst übertroffen und ich bin unglaublich stolz. Es war auf jeden Fall richtig, Keks mit ins Gelände zu nehmen. Er hat bewiesen, dass er es kann und vor allem auch will, denn so manches Mal spürte ich, wie er anzog. Ein Gefühl, was ich vom Springen eher selten kenne.

Eines steht fest: Das war nicht unser letzter Geländeausflug!

IMG_6567

IMG_6305

IMG_6626


Merken

Sharing is caring...
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+