Natürlich sollte das Training für unsere Pferde nicht nur im Winter abwechslungsreich gestaltet sein, sondern das ganze Jahr über. Dennoch sind die Einschränkungen im Winter deutlich größer als im Sommer. Im Sommer wird es in der Regel nicht gegen 17 Uhr dunkel, unsere Pferde sind meistens länger auf der Koppel und die Wahrscheinlichkeit den Außenplatz aufgrund eines gefrorenen Bodens nicht benutzen zu können, ist auch eher gering.

Wenn man nicht gerade die Möglichkeit hat, tagsüber zum Pferd zu gehen, so wird man im Winter häufig auf die Halle ausweichen müssen. Vorausgesetzt man hat eine. Doch so eine Halle, unter Umständen noch ziemlich überfüllt, wird sehr schnell, sehr eintönig und langweilig. Stellt euch einmal vor, ihr müsstet jeden Tag die gleiche Strecke joggen, das gleiche Gymnastikprogramm absolvieren oder jeden Tag den gleichen Film anschauen.

Hello Langeweile!

Genau aus diesem Grund ist es so wichtig auf ein abwechslungsreiches Wintertraining zu achten, sein Pferd immer wieder neu zu motivieren, Reize zu schaffen und nicht jeden Tag das gleiche Programm abzuspulen.

1. Spazieren gehen hält warm

Winterausritte, insbesondere bei Schnee, sind wunderschön. Würden einem doch nur nicht die Füße einfrieren. Wer sagt denn, dass man reiten muss? Ein schöner Spaziergang mit seinem Pferd durch die Winterlandschaft schafft Abwechslung, fördert das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter, insbesondere bei schreckhaften Pferden, und hält obendrein auch noch warm.

Für diejenigen, die Spazierengehen langweilig finden, könnte das Joggen mit Pferd eine spannende und abwechslungsreiche Alternative sein. Allerdings sollte jeder mit Bedacht anfangen, sein Pferd langsam an die neue Aufgabe heranführen und demnach nicht gleich die 10 km Waldrunde laufen.

2. Noch mehr Stangen im Wintertraining

Stangen bringen Abwechslung. Nicht nur im Winter, sondern jederzeit. Aber insbesondere im Winter, dürfen sie gerne öfter in das Training eingebaut werden um Abwechslung zu schaffen. Stangen müssen nicht zwangsläufig mit Springen gleichgesetzt werden, sondern können auch in der Dressur, in der Bodenarbeit oder in einem Geschicklichkeitsparcour Einsatz finden.

Im Rahmen eines Geschicklichkeitsparcours bieten sich Übungen an, wie beispielsweise das Durchparieren zum Trab, Schritt oder Stehen in einer Stangengasse, das klassische Stangen-L, sowohl vorwärts als auch rückwärts, das Stangenkreuz, Anhalten über einer Stange, Rückwärtsrichten über eine Stange und vieles mehr. All diese Übungen können vom Sattel oder vom Boden aus durchgeführt werden und der eigenen Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt. Schließt man sich mit mehreren Reitern zusammen, geht das Auf- und Abbauen schneller und obendrein ist großer Spaß garantiert!

3. Arbeit am Boden

Den meisten Reitern ist Bodenarbeit durchaus bekannt, aber durchgeführt wird sie nach wie vor eher selten. Neben den bereits erwähnten Stangen, gibt es viele weitere Sachen, die in das Training einfließen können. Beispielsweise können lange Winterabende genutzt werden um das Pferd mit Plane, Podest, Gymnastikball oder Flattervorhang vertraut zu machen. Zirkuslektionen, kleinere Tricks, wie das Flehmen, Lektionen aus der Freiheitsdressur und zahlreiche Übungen aus der klassischen Dressur, wie Seitengänge oder Schulterherein, können ebenfalls geübt werden. Auch hier gilt wieder, der eigenen Kreativität seinen Lauf zu lassen.

4. Longieren

Viele Reiter longieren ihr Pferd regelmäßig und trotzdem muss ich immer wieder beobachten, dass beim Longieren mit Abstand die meisten Fehler gemacht werden. In der Regel ist es schlicht und einfach Unwissenheit. Der Winter ist eine gute Zeit sich einmal intensiv mit dem Thema Longieren, der korrekten Ausrüstung und der Skala der Ausbildung beim Longieren zu befassen. Longieren kann viel mehr sein, als dem Pferd nur Bewegung zu verschaffen. An der Longe kann beispielsweise am Takt, an Übergängen oder mittels Trabstangen am Schwung gearbeitet werden.

Wer hier schon ein wahrer Profi ist: Wie wäre es einmal die Doppellonge auszuprobieren?

5. Freilaufen und Freispringen

Den meisten Pferden macht beides sehr viel Spaß. Gerade beim Freilaufen haben die Pferde, die im Winter oft nur stundenweise auf Paddocks oder kleinen Koppeln stehen, die Möglichkeit sich so zu bewegen wie sie wollen. Fast zumindest. Beim Freispringen wird die Höhe natürlich dem Können des Pferdes angepasst. Das bedeutet, dass ein Springpferd mehr gefördert werden kann, als ein Dressurpferd.  Und bei älteren Pferden genügt die Höhe eines Cavalettis allemal. Um Verletzungen vorzubeugen, darf man nie vergessen, dass Pferd vorher aufzuwärmen. Das bedeutet, wie beim Reiten, 15 – 20 Minuten Schritt führen, danach an der Longe zunächst traben und später galoppieren lassen.

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