In der Saison 2014 haben wir uns an den Turniersport herangetastet. Im Grunde genommen eher ich, denn Keks hatte bereits Turniererfahrung. Wir ritten damals nur zwei Turniere, aber nahmen direkt zwei Platzierungen mit nach Hause. 2015 waren wir dann schon etwas öfter unterwegs und versuchten uns vermehrt im Springen. Am Ende der Saison 2015 war ich einfach nur stolz! Stolz auf das, was wir zusammen erreicht hatten und ich war der festen Überzeugung, es kann nicht besser werden.

Volle Kraft voraus in der Dressur

Doch dann kam die Saison 2016. Wir fuhren auf immerhin 8 Turniere, starteten in 13 Prüfungen und nahmen, sage und schreibe, 10 Platzierungen mit nach Hause. Gleichzeitig war es meine erste Saison im Bereich der LPO Turniere. Ich kann mich noch sehr genau an das erste Turnier der Saison in Geisenhausen erinnern. Ich war so unglaublich aufgeregt, denn ich wagte zu bezweifeln, dass wir unsere Erfolge im Bereich der WBO Turniere, weiterführen konnten. Mein Selbstvertrauen schwand, als ich zusammen mit Reitern, die im bayrischen Kader ritten, auf dem Abreiteplatz war. Als ich in die Prüfung einritt, hatte ich mein Selbstbewusstsein zurück und es passierte, das, für mich damals unfassbare: Wir nahmen unseren ersten Sieg mit! Nie im Leben hätte ich damit gerechnet. Gänsehaut pur.

Danach ging es steil bergauf. Ich bekam in der Dressur die Leistungsklasse 5 und nannte unsere erste L Dressur. Da viele L-Lektionen noch nicht ganz gelingen, rechnete ich damit im hinteren Feld zu landen und hatte uns damit mal wieder unterschätzt. Wir kamen ins Mittelfeld. Kurz darauf folgte der zweite L Start, mit dem Gedanken, weitere Erfahrungen zu sammeln. Erfahrungen nahmen wir mit – und zwar wie es sich anfühlt, eine Ehrenrunde in einer L Dressur zu reiten. Ich konnte es gar nicht fassen und realisierte erste einige Tage später, was da eigentlich passiert war.

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© Foto Tusche

Einen Gang zurück im Springen

Gleich zu Beginn der Saison wagten Keks und ich, den Start in einem Springen der Klasse A und wurden prompt mit einem 3. Platz belohnt. Die Schattenseite war, dass er mir auf dem Abreiteplatz wieder gestiegen und in der Ehrenrunde durchgegangen ist, was dazu führte, dass ich im Springen erst einmal einen Gang zurückschaltete. Wenn ich daran zurückdenke, dass dieses Pferd vor knapp zwei Jahren vor Stangen noch völlig ausgeflippt ist, dann bin ich natürlich unglaublich stolz darauf, dass wir zum einen in der Klasse A gestartet sind und zum anderen auch noch so gut waren. Dennoch will ich weder mich, noch Keks überfordern und gerade beim Springen muss ich ihm Sicherheit geben können, was ich aber nicht kann, wenn ich mich selber unwohl fühle. Deswegen habe ich mich entschieden den Rest der Saison in der Klasse E zu bleiben und alles langsam angehen zu lassen. Keiner hetzt uns und ich muss schließlich niemandem etwas beweisen.

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© Melanie Sebastian

Ohne Training, keine Erfolge

Trotz aller Turniererfolge, ist für mich persönlich das wichtigste, dass Keks und ich Spaß an dem haben, was wir tun. Ich fahre nicht auf ein Turnier um einer Schleife hinterher zu jagen. Mir machen Turniere in erste Linie Spaß, die Atmosphäre ist meistens toll und, nicht zu vergessen, das Essen ist in der Regel sehr lecker. Wann isst man sonst schon mal Pommes zum Frühstück?

Eines ist mir in der vergangenen Saison auf jeden Fall bewusst geworden. Hinter all den Erfolgen, die wir feiern konnten und all den Schleifen, die wir mit nach Hause genommen haben, steckt verdammt viel Training, jede Menge Reitstunden und manchmal, wenn etwas gar nicht funktionierte, auch Frustration. Und noch etwas ist in mir geweckt worden. Ein Fünkchen sportlicher Ehrgeiz. Nur ein Fünkchen, da ich meine grundsätzliche Einstellung und den Spaß an der Sache nicht verlieren möchte. Es soll immer ein „ich kann“ bleiben und nie ein „ich muss“ werden.

Danke an alle, die mich in der vergangenen Saison unterstützt haben! An meine fleißigen Equipment Manager (hehe – klingt viel netter als TT) und natürlich an Björn, der immer tapfer mitgefahren ist und fotografiert und gefilmt hat, was das Zeug hält. Ein großes Danke geht auch an Lutz und Tanja von KAVAJU-Sports, die mein Dressuroutfit L-tauglich gemacht haben sowie an Pics of Life und Foto Tusche für die wunderschönen Fotos.

Am glücklichsten bin ich aber über meinen Keksi, der sich über den Sommer einfach unfassbar gut entwickelt hat. Bleib gesund mein kleiner Pferdmann, ich freue mich auf die Zeit mit dir, die noch kommen wird!

Titelbild: © Pics of Life


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