Diesen Kelch gab es schon im letzten Jahr für mich, ein paar Tage vor Weihnachten, und eigentlich ist es gar kein richtiger Kelch, sondern der Liebster Award. Meine liebe Bloggerkollegin Ann-Christin hat das Ding guter Hand in den Kelch umbenannt und uns nominiert. Die meisten von euch kennen den Liebster-Kelch-Award wahrscheinlich schon. Ursprünglich war er dazu gedacht, auf neue und weniger bekannte Blogs aufmerksam zu machen. Der nominierte Blogger bekommt verschiedene Fragen gestellt, die er auf seinem Blog beantworten muss.

Ja, ich gebe es zu, ich bin schon eher ein alter Hase und ich war auch schon öfter nominiert. Aber das ist mir eigentlich pupsegal, denn ich freue mich riesig von Ann-Christin den Kelch bekommen zu haben und ich finde ihre Fragen richtig spannend. Seid ihr auch neugierig? Dann Schluss mit dem Gequassel und los geht’s!

1. Was war der Grund für dich, deinen Blog zu eröffnen?

Ich hatte, lange Zeit vor Keks, schon mal die Idee einen eigenen Blog zu schreiben, aber damals hatte ich nur eine Reitbeteiligung und die Besitzerin hätte das in keiner Weise unterstützt. Mein Blog entstand erst einige Jahre später und mehr oder weniger über Nacht, aus einer Laune heraus. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Björn war nicht da und ich beschloss an einem Freitagabend einen Blog aufzubauen. Anfangs war alles reichlich wenig durchdacht. Ich schrieb, auf sehr einfachem Design einer kostenfreien Plattform, was mir in den Sinn kam. Kurze Zeit später landete ich als Bloggerin in der örtlichen Zeitung. Damals war ich stolz darauf, heute ist mir dieser Beitrag etwas peinlich, da dort Sachen drin stehen, die der Mitarbeiter der Zeitung unglücklich formuliert hat und auch nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Aber so machte ich eben meine Erfahrungen mit der professionellen Presse.

2. Was zeichnet dein Pferd aus?

Keks ist schizophren. Er hat eine gespaltene Persönlichkeit, eine zersplitterte Wahrnehmung. Das klingt ultra gemein, oder? Nein, so fies meine ich es gar nicht, denn egal wie er ist, ich liebe dieses Pferd über alles. Er ist trotz aller Macken mein Herzenspferd und wird für immer bei mir bleiben.

Seine gespaltene Persönlichkeit zeigt sich im alltäglichen Umgang. Putzen und kuscheln findet er meistens doof, die Bäume, Büsche und Bänke auf unserer Ausreitstrecke mutieren immer mal wieder zum Keks fressenden Ungeheuer, ganz egal ob wir da schon dutzende Mal vorbeigeritten sind und Springen an sich, findet er zwar mittlerweile ganz gut, aber wehe der Sprung sieht mal etwas anders aus. Auch heute muss er ab und an steigen, einfach um zu zeigen, dass er Männchen machen kann. Der Weg in die Luft ist leider seine Art und Weise zu zeigen, dass ihm etwas nicht passt. Ich werde das vermutlich nie vollständig aus ihm herausbekommen, aber ich habe gelernt damit umzugehen.

Auf der anderen Seite kann ich mich auf meinen Keksi immer verlassen. Er weiß, wann es drauf ankommt, wann er alles geben muss. Er hat mich sicher durch meine Reitabzeichen sowie zahlreiche Turniere getragen und mein 5 Jahre alter Neffe ist auf ihm geritten. Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, dann hat er sich einfach ganz toll entwickelt.

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3. Auf welchen Moment, den du mit deinem Pferd erlebt hast, bist du besonders stolz?

Wie jetzt? Ich darf nur einen Moment nennen? Aber da gibt es doch so viele! Wenn ich jetzt nur mal auf das Jahr 2016 zurückblicke, dann war es der Moment, als wir zusammen schwimmen waren. Vor zwei Jahren fand er Wasser noch richtig blöd. Im vergangenen Jahr bin ich mit ihm zusammen baden gegangen. Ich saß also nicht auf ihm drauf, sondern bin vom Boden aus mitgegangen. Im Sommer schenkte er mir sein Vertrauen und ging alleine ins Wasser, mit mir auf seinem Rücken. Für mich war es ein unglaubliches Gefühl und ein großer Vertrauensbeweis von seiner Seite aus.

4. Gibt es auch etwas, was du am Bloggen nicht sonderlich gern magst?

Ich würde lügen, wenn ich jetzt schreiben würde, dass immer alles toll ist. Aber ganz ehrlich! Wann und wo im Leben ist immer alles perfekt? Ich bin kein großer Fan von Blogs, die nur geschaffen wurden um etwas abzusahnen. Keine Frage, ich gehe auch die ein oder andere Kooperation ein, aber die Mehrheit meiner Artikel ist „non-sponsored“ und das soll auch so bleiben.

Ich finde auch schade, dass der Begriff Blog mittlerweile sehr zweckentfremdet wird und auch Leute mit großen Facebook und Instagramseiten plötzlich Blogger sind. Einen Blog zu schreiben, was im Übrigen nur die Spitze des Eisbergs ist, zu pflegen und sich mit den technischen Details auseinanderzusetzen, hat deutlich mehr als mit dem Führen einer Facebook- oder Instagramseite zu tun.

5. Was ist dir im Zusammenhang mit deinem Pferd besonders wichtig?

Es klingt so simpel, aber ich möchte einfach, dass er ein glückliches Leben führen kann und es ihm gut geht. Auch als Turnierpferd, hat er das Recht auf viel Abwechslung zwischen dem Training mit Bodenarbeit, Ausritten und so weiter. Er darf jeden Tag auf die Koppel, auch wenn die Bodenverhältnisse im Winter manchmal nicht die Besten sind. Natürlich gibt es dann auch mal einen Kratzer oder eine Lahmheit, aber das ist ein Risiko, welches ich in Kauf nehme. Ein Pferd in reiner Boxenhaltung käme für mich nie in Frage.

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6. Gibt es eine bestimmte Reitweise, die du immer schon einmal ausprobieren wolltest oder die dich reizt?

Als ich noch zur Schule gegangen bin, hat mich lange Zeit das Westernreiten gereizt. In meiner Zeit in Kanada, hatte ich dann die Möglichkeit in den Westernsattel zu steigen. Ich fand es total cool in Jeans und Cowboyhut im Sattel zu sitzen. Als ich nach Deutschland zurückkam hatte mich die klassische Reitweise aber ganz schnell wieder. Ich könnte mir auch nicht vorstellen hier dauerhaft in den Westernsattel zu wechseln. Genauso geht es mir mit anderen Reitweisen wie beispielsweise der Barockreiterei. Ich bin eben durch und durch ein klassisch, langweiliger Dressur- und Springreiter.

7. Glaubst du, dass dein Blog dich verändert hat? Wenn ja, wie?

Definitiv ja! Als ich mit dem Bloggen anfing, schrieb ich hauptsächlich über meinen Alltag mit Keks. Durch den Blog ist vieles öffentlich geworden, was mir natürlich im Vorfeld bewusst war, aber ich mache mich dadurch auch angreifbar. Wenn wildfremde Leute einem Schreiben, dass man auf gut deutsch scheiße reitet, dann kratzt das am Selbstbewusstsein und macht mich traurig. Das war etwas, wo ich erst einmal lernen musste, mit umzugehen. Mittlerweile stehe ich über so etwas bzw. nehme mir auch das Recht heraus derartige Kommentare von meinen sozialen Netzwerken zu löschen. Ich bin auch nur ein Mensch und keine Zielscheibe für die schlechte Laune anderer Leute. Konstruktive Kritik ist bei mir jederzeit willkommen, aber Ausdrucksweisen, die unter die Gürtellinie gehen muss ich mir nicht anhören.

Mittlerweile ist das Bloggen ein fester Bestandteil meines Lebens geworden und ich muss neben Pferd, Hund und vor allem Job, zu sehen, dass ich alles unter einen Hut bekomme. Da spielt natürlich ein strukturierter Tagesablauf eine ganz wichtige Rolle. Das gab es früher nicht. Früher war es eher ein morgens Aufstehen und gucken was der Tag so bringt. Heute wird mein Tagesablauf von meinem Job bestimmt und drum herum wird alles andere, anhand von festen Terminen, gebaut. Anders würde es einfach nicht funktionieren.

8. Was genau fasziniert dich am Reitsport?

Der Reitsport ist so facettenreich wie kein anderer Sport. So oft liegen Freud und Leid beieinander und dennoch gibt es einen Punkt, der mich persönlich am meisten fasziniert. Das unsichtbare Band zwischen Reiter und Pferd. Dieses Band entsteht nicht von heute auf morgen, sondern erst mit der Zeit. Es basiert auf Vertrauen, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Verständnis. Ich freue mich für jeden Reiter, der für sich diese innige Verbindung zu seinem Pferd gefunden hat.

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9. Wenn du für dein Pferd einkaufen könntest, was auch immer du magst – wofür würdest du dich entscheiden?

Ich bin kein Schabracken-, Bandagen-, Gamaschen- oder Deckensammler. Ich habe ein paar hübsche Sets und natürlich kommt auch immer mal etwas dazu, aber ich überlege mir schon sehr genau wofür ich Geld ausgeben möchte und wo ich liebe was für den Notfall zur Seite lege oder in eine Reitstunde investiere. Auch wenn die Vorstellung schön ist, aber leider habe auch ich keinen Goldesel im Keller stehen.

Aktuell bin ich aber auf der Suche nach einer passenden, qualitativ guten Kandare. Wenn mir also jetzt jemand sagen würde, kauf dir etwas für dein Pferd, ich bezahle es, dann würde ich mir die Kandare Bridle Passage Revolution Patent von PS of Sweden kaufen. Ich habe über die Kandaren bisher unglaublich viel Positives gelesen und gehört. Allerdings bin ich nicht bereit, ohne zu wissen, ob das gute Stück für Keks passt und gut ist, so viel Geld zu investieren. Da ich bisher einen Fehlkauf hinter mir habe, ein weiterer Test ebenfalls in die Hose ging, wobei ich hier das Geld aber zurückbekommen habe, bin ich da mittlerweile skeptisch geworden.

10. Wie stellst du dir die Zukunft mit deinem Blog vor?

Ach du meine Güte! Was für eine Frage, wo ich ja häufig nicht einmal weiß, was nächste Woche ist. Aber in der Tat wird es im kommenden Jahr die eine oder andere Veränderung auf meinem Blog und auch auf YouTube geben. Ich möchte euch noch ein bisschen mehr mit in den Alltag nehmen. Wie genau das aussehen wird, weiß ich noch nicht ganz genau, aber ich tendiere zu einem 52-Wochen Projekt. Außerdem wird es im neuen Jahr vermehrt Berichte zu „Meinem Weg zum Trainer C“ geben, es sind einige Fachartikel geplant und es wird auch ein paar tolle Projekte mit anderen Bloggern und YouTubern geben.

Soll ich jetzt noch weiter in die Ferne schauen? Ich weiß nicht wohin meine Reise als Bloggerin gehen wird. Aber ich weiß, dass das Leben mit Pferd einzigartig ist, was sich auf meinem Blog in zahlreichen Artikeln wiederspiegelt. Mir macht es nach wie vor riesigen Spaß, euch an meinem Pferdeleben teilhaben zu lassen, manchmal etwas Lustiges zu schreiben, manchmal einen Wissensartikel oder die neusten Trends weiterzugeben.

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Nun aber genug von mir, jetzt reiche ich den Liebester-Kelch-Award weiter und zwar bin ich mal so frei und verteile gleich drei Kelche.

Der erste geht an Nadine, die auf ihrem Blog reitbar über die Erlebnisse mit ihrem Wallach Chitto berichtet. Der zweite geht an Johanna, der ich immer noch einen #becomefriends Beitrag schulde – *hust* und der dritte Kelch geht an Elli vom Blog Team Einhorn, die ich in erster Linie von ihrem YouTube Kanal kenne und erst vor kurzem entdeckt habe, dass sie auch einen Blog hat.

Hier sind eure 10 Fragen – 5 aus dem Blogger- und 5 aus dem Pferdebereich!

  1. Seit wann bloggst du und was motiviert dich?
  2. Was ist die Message, die du deinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?
  3. Liest du andere Blogs? Wenn ja, welche? (Die Blogs müssen nicht aus dem Pferdebereich sein)
  4. Wenn du die Möglichkeit hättest, würdest du hauptberuflich bloggen?
  5. Was bringt dich in deinem „Bloggerleben“ so richtig auf die Palme?
  6. Hast du im Stall oder deinem Pferd gegenüber eine Marotte? Welche?
  7. Welches ist dein Lieblingsfachbuch für den Reitsport und warum?
  8. Was war „der perfekte Moment“ mit deinem Pferd, in dem du am liebsten die Zeit angehalten hättest?
  9. Was ist dein größter Traum, was du gerne mal mit deinem Pferd erleben möchtest?
  10. Hast du schon mal darüber nachgedacht den Reitsport an den Nagel zu hängen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!


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