Schon beim Schreiben der Überschrift, musste ich schmunzeln. M Dressur!? Das ist nach wie vor so unglaublich weit entfernt und steht momentan ehrlich gesagt überhaupt nicht in meinem Fokus. Dennoch war dies eine Frage, die mir nach unserem L Erfolg in Mainburg außerordentlich oft gestellt wurde. Vermutlich weil es eine logische Schlussfolgerung wäre.

Ich halte nichts von Höhenflügen

Ich bin unendlich stolz auf all das was Keks und ich in diesem Jahr zusammen erreicht haben. Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, wo ich überlegt habe, wie ich das Springen im Reitabzeichen umgehen kann, da Keks mehr stieg als sprang. Irgendwann, als es besser lief, kam ich zu dem Entschluss, ich möchte das RA5 vollwertig, also mit Springen und Dressur, absolvieren und nur das RA4 disziplinspezisisch, nur Dressur, machen. Damals war ich noch der festen Überzeugung, Keks würde keinen A Parcour springen, aber er tat es und seit Mai 2015 bin ich im Besitz des RA4.

Kurz darauf bekam ich die LK5 und damit stand uns der Weg in die L-Dressur offen. Das erste Turnier war dann recht schnell genannt und ich war lange Zeit der Ansicht, wir werden uns völlig blamieren. Anstatt die positiven Dinge und das was wir gut können zu sehen, wurde mir immer mehr bewusst, was wir im Bereich L alles nicht können. Und das ist verdammt viel! Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin unglaublich stolz darauf, dass wir bereits bei unserem zweiten Start in der Klasse L auf dem dritten Platz gelandet sind, aber ich bin nicht der Typ Mensch, der danach Höhenflüge kriegt. Noch dazu kommt, dass ich unheimlich selbstkritisch bin. Als Reiterin wurde mir leider nicht der perfekte Sitz in die Wiege gelegt und ich muss hart an mir selbst arbeiten. Es gibt so unglaublich viele L-Lektionen mit denen ich noch nicht annährend zufrieden bin.

© Christoph Huber: Pics of Life

Die Sache mit der Kandare

Immer wieder sehe ich bei Reitern, die auf A unterwegs sind, dass im Training bereits auf Kandare geritten wird. An sich finde ich das auch keineswegs verwerflich, wenn es unter Anleitung erfolgt. Für mich persönlich kam das nie in Frage, da ich zum einen nicht mal im Besitz einer Kandare bin und zum anderen bis vor kurzem gar nicht die Berechtigung hatte, in der Klasse L zu starten. Mittlerweile stellt sich natürlich schon die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, das Reiten auf Kandare über den Winter zu beginnen oder wenigstens auszuprobieren.

Wahrscheinlich klingt das für die meisten jetzt total unmissverständlich, aber ich habe Angst davor! Ich bin noch nie in meinem Leben mit Kandare geritten und wie bei allem, man kann so viel falsch machen. Ob und wann es so weit sein wird, weiß ich ehrlich gesagt auch überhaupt noch nicht. Eines steht für mich aber ganz sicher fest, ich werde auf Kandare nur unter Anleitung meiner Trainerin reiten, zumindest bis ich weiß, was ich da tue.

Ich sehe immer das Gesamtpaket

Nach der ersten L habe ich gesagt, irgendwann im nächsten Jahr mal eine L Platzierung zu bekommen, wäre toll. Nun habe ich die Platzierung bereits in der Tasche und es stellt sich die Frage, was wird das neue Ziel sein? Das ist eine Frage, die ich gar nicht so pauschal beantworten kann. Ich bin momentan total zufrieden den Klassenaufstieg geschafft zu haben, gleichzeitig ist mir aber durchaus bewusst, dass wir noch einige Baustellen im Bereich der L Lektionen überwinden müssen.

Außerdem möchte ich wieder mehr Springen, denn das ist in den letzten Wochen doch etwas zu kurz gekommen. Während es mir schwerfällt ein sportliches Ziel im Bereich der Dressur zu definieren, fällt es mir im Springen wesentlich leichter. Ich möchte im nächsten Jahr auch im Bereich LPO A Springen starten. Dafür muss ich eigentlich gar nicht an Keks, sondern an mir selber arbeiten, da mir nach wie vor noch der Schrecken aus der Ehrenrunde in Au, wo er mir durchgegangen ist, im Nacken sitzt. Oder besser gesagt im Kopf, bekanntlich ist bei mir leider alles eine Kopfsache.

Zu guter Letzt bin ich reiner Freizeitreiter, der zwar Spaß an Turnieren hat, aber es bewegt sich alles in einem Bereich des „ich möchte“ und nicht „ich muss“. In erster Linie möchte ich einfach glücklich sein mit Keks und das machen worauf wir beide Lust haben. Wenn meine innere Stimme nach Ausreiten, Spazierengehen oder Quatsch machen schreit, dann möchte ich dieser auch zukünftig folgen ohne irgendwelche sportlichen Ziele zu sehen oder gar sehen zu müssen.

© Christoph Huber: Pics of Life


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