Früher war bekanntlich alles anders. Meine erste Reitbeteiligung hatte einen Sattel, und zwar ein 300 Euro Modell von der Stange, ebenso die Trense und genau eine Satteldecke, in schwarz. Bandagen? Gamaschen? Abschwitzdecke? Schabracke? Womöglich auch noch in mehrfacher Ausführung und in den verschiedensten Farben? Nein, so etwas gab es nicht. Als Reiter hatte man einen Helm, der als Kind total uncool war, und je nach Alter und Ausbildungsstand, eine Reithose, aber nur mit Kniebesatz, und Stiefel, selbstverständlich die Gummivariante. Eine Reithose in trendigen Farben? Vollbesatz? Womöglich noch mehrere? Shirts und Pullover für den Stall? Früher trug man den ausgedienten Alltagspulli, und wenn doch einer benötigt wurde, dann kaufte Mutti schnell einen bei Aldi.

Das moderne Pferd

Heutzutage hat das moderne Pferd nicht selten zwei Sättel. Einen für die Dressur und einen zum Springen oder fürs Gelände. Einen Sattel von der Stange? Bloß nicht! Schließlich ist jeder Pferderücken anders und der, des eigenen Pferdes ist sowieso ganz besonders schwierig. Ein Maßsattel muss her.

Trensen braucht es heutzutage auch mehrere. Da führt auch kein Weg dran vorbei. Am besten eine in klassisch schwarz, eine etwas ausgefallenere in vielleicht braun, oder eine in Lack. Wenn du zu den wenigen Menschen gehörst, die nur eine Trense haben, dann muss aber gefälligst ein großes Set an Stirnriemen, glitzernd und leuchtend, in verschiedenen Farben, vorhanden sein.

Die Stirnriemen müssen farblich zu den mindestens 10 Schabracken, die das moderne Pferd besitzt, passen. Satteldecken sind übrigens total out. Falls dein Pferd noch welche besitzt, schmeiß sie aber nicht weg, denn der moderne Reiter sammelt alles, schließlich könnte man das nochmal gebrauchen. Zurück zu den Schabracken. Wie gesagt, es müssen mindestens 10 vorhanden sein, natürlich in verschiedenen Farben und wenn dein Pferd so richtig „in“ sein soll, dann führt kein Weg an Eskadron vorbei. Für jede Schabracke hat das Pferd selbstverständlich die farblich passenden Bandagen und idealweise auch noch gleich die Gamaschen dazu.

Damit das Set komplett ist, braucht das Pferd zweifelsohne farblich passende Abschwitzdecken und Fliegenohren. Die trägt man heutzutage übrigens auch ganzjährig. Und nein, wir reden hier nicht von einem Set für das Pferd. Auch nicht von Zwei. Eben mehrere. Viele.

Der moderne Reiter

Damit das moderne Pferd immer richtig und topaktuell angezogen ist, gibt es sie: die modernen Reiter. Ihnen sind keine Grenzen gesetzt, was die Ausstattung des Pferdes betrifft. Alles ist erlaubt. Sternchen, Punkte und Herzchen. Nici. Rosa, pink und lila – auch für Wallache.

Der Reiter selbst kümmert sich nicht nur um den Kleiderschrank des Pferdes, sondern mit Hingabe auch um seinen eigenen. Ganz wichtig sind Reithosen. Mit Vollbesatz. Und mindestens eine mit Silikonbesatz, weil das gerade „in“ ist. Kniebesatz? Ist out. Aber nicht wegschmeißen, weil, wie oben schon erwähnt, der moderne Reiter ist gleichzeitig Sammler. Die Reithosen müssen selbstverständlich mit den einzelnen Sets des Pferdes kombinierbar sein, und was die Anzahl betrifft – lieber mehrere. Viele.

Ganz wichtig und nie vergessen: die Reitsocken. Im Karomuster. Und es müssen auch unbedingt diese sein, andere sind inakzeptabel. Das ist so.

Weiter gehts mit den T-Shirts, Polos und Jacken: ein unumgängliches Muss! Schließlich geht man in den Stall, da kann man nicht einfach irgendein T-Shirt anziehen. Oder irgendeinen Pullover. Oder irgendeine Jacke. Wie bei den Schabracken Eskadron ein Muss ist, braucht es hier undedingt Spooks. Am besten kauft man ein T-Shirt, wo’s groß draufsteht, schließlich muss man zeigen, was man hat.

Die Marken sind ohnehin extrem wichtig. Der moderne Reiter kauft, weder für sich, noch für sein Pferd, no name Produkte. Ebenso essenziell ist es, immer und alles zu fotographieren, damit via Social Networks die ganze Welt daran teilhaben kann.

So sind wir Reiter. Anders.IMG_1463_aDas war mein allererstes Set: Sunrise orange von KAVAJU Sports und eine Reithose mit Kniebesatz – ups!

Titelbild: Vielen Dank an Natalie für das Foto von Leo’s Kleiderschrank!


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