Ohne Theorie geht es nicht

Eins sei mal ganz klar gesagt, so ein Reitabzeichen ist kein Spaziergang und an Ausschlafen ist rein gar nicht zu denken. Um 7 Uhr klingelte der Wecker, um kurz danach wenigstens physisch anwesend im Theorieunterricht zu sitzen. Das größte Thema in der Prüfung wird die Reitlehre sein, was natürlich nicht bedeutet das Dinge wie Fütterung, Haltung oder Fitness des Reiters keine Rolle spielen. Für die Vorbereitung kann ich jedem das Buch „Die Reitabzeichen 5-1“ von der FN [Die Reitabzeichen 5-1 der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Gut vorbereitet für die Prüfung (FN-Abzeichen)] ans Herz legen, denn hier werden alle prüfungsrelevanten Sachverhalte bearbeitet.

Die Reitlehre vermittelt im Grunde genommen alle notwendigen Kenntnisse um ein Pferd vom Sattel aus vorstellen zu können. Dazu gehört natürlich ein fundiertes Wissen über die entsprechende Ausrüstung für sowohl das Pferd als auch den Reiter. Weiterhin sollte jeder, der die Prüfung zum Reitabzeichen ablegen möchte, die einzelnen Stationen für die Grundausbildung des Reiters und Pferdes kennen. Dazu zählt beispielsweise die Skala der Ausbildung, der Sitz des Reiters beim Dressur- und Springreiten sowie mögliche Sitzfehler, die verschiedenen Hilfen und wann man diese benötigt. Es gibt einige Begriffe, wie beispielsweise die Mittelpositur, das Becken und die das Becken umgebenden stabilisierenden Muskelgruppen des Rumpfes, oder die halbe Parade, ein vermehrtes Einschließen des Pferdes zwischen Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen, wo man eine entsprechende Definition abliefern können sollte. Außerdem sollte man in der Lage sein die Hilfengebung des Reiters bei verschiedenen Lektionen beschreiben zu können. Am Ende des Tages wissen wir zwar alle was wir tun, aber um ein wenig Theorie lernen, werden nur die wenigsten herum kommen.

Einmal Koppelgang, bitte

Zu Hause ist Keks bereits angeweidet und geht jeden Tag auf die Koppel, so dass ich es sehr schade gefunden hätte wenn er nicht raus könnte und nur in seiner Box steht. Als ich im Januar hier war, habe ich ihn nur ab und an mal auf dem Platz laufen lassen, aber damals lag auch Schnee und nachdem ein anderes Privatpferd im Paddock ausgerutscht war und ein dickes Bein hatte, hielt ich es damals für besser ihn mehr drin zu lassen. Das heißt nicht, dass ich Boxenhaltung bevorzuge, zu Hause geht Keks jeden Tag raus, aber Schnee und Eis in einer fremden Umgebung, da wollte ich einfach nicht riskieren, dass doch etwas passieren könnte.

Nun ist aber Frühling, es ist lange hell, die Wiesen sind grün und die Pferde gehören einfach nach draußen. Keks ist umgängliches Pferd, welches sich mit anderen recht gut versteht, wenn sie nicht zu draufgängerisch sind. Also habe ich kurzerhand Keks mit Miris Stute Sorana zusammengestellt und es hat sehr gut funktioniert, was mich wiederum überglücklich gemacht hat, da er nun auch draußen sein kann.

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Wir werden noch Springstars

Am Mittag des zweiten Tages hatten wir dann die erste Springstunde. Die Sprünge waren nicht viel höher als Cavalettis und wie bereits in der Dressurstunde ging es eher darum sich in die Schulpferde einzufühlen und den Parcour kennenzulernen. Die Trainerin ist klasse und hat mir einige wirklich gute Tipps mit auf den Weg gegeben, insbesondere was die Zügelführung angeht. Insgesamt war es eine schöne lockere Stunde, ohne glotzen, parken oder verweigern, aber eigentlich brauche ich das gar nicht mehr erwähnen, da er das nun schon ganz lange nicht mehr gemacht hat. Zwischenzeitlich hatte ich sogar das Gefühl er fühlt sich unterfordert, weil alles so niedrig war, und wenn ich jetzt ganz ehrlich bin, dann nicht nur er, sondern auch ich. Ich hatte große Lust auf mehr.

Am Nachmittag schaute ich noch den anderen beim Springen zu, was dazu führte, dass ich auch nochmal in den Sattel wollte. Ich wollte Springen, so richtig! Unglaublich! Ich, die vor einiger Zeit noch großen Respekt, teilweise Angst, vor Sprüngen hatte, dachte nun darüber nach eine zusätzliche Springstunde zu nehmen. Ich überlegte, ob ich Keks das zumuten kann und entschied mich dafür, da er bisher so viel nicht gemacht hatte und so saß ich am Abend erneut im Sattel und freute mich auf die bevorstehende Springstunde. Diese war dann richtig super, Keks zündete vor den Sprüngen und drückte richtig schön ab. Danach saß ich noch eine Weile bei Keks in der Box, er streckte immer wieder sein Kopf zu mir und wirkte total zufrieden. Überglücklich und mit der Gewissheit, dass wir das Springen mittlerweile beide lieben, ging ich abends ins Bett.

Unser Weg zum Reitabzeichen 4:

Tag 1

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Tag 6

Prüfung


Reitabzeichen in Bayern


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