Lockerungsübungen

Zugegebenermaßen bin ich mit der Dressur bisher überhaupt nicht zufrieden. Keks macht sich fest und ich kann ihn streckenweise überhaupt nicht sitzen, was sich wiederum sehr negativ auf meinen Sitz ausübt. Sehr lange habe ich mit einem Trainer aus Mainburg über diese Problematik diskutiert, er hat sich Keks auch angeschaut und wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass ich ihn beim Reiten im Genick mehr lockern muss damit er seinen Hals fallen lässt.

Da heute nur Dressur auf unserem Stundenplan stand, wo im Endeffekt auch nur noch die Aufgabe geübt wurde, ritt ich Keks vorher auf dem Platz. Normalerweise reite ich zu Beginn der Trabarbeit sehr viele gebogene Linien. Bereits zu Hause im Dressurunterricht haben wir damit angefangen, Keks auch auf gebogenen Linien mal nach außen zu stellen und kurz danach wieder nach innen, zwischendurch mal gerade. Da ich hier in Mainburg im Grunde genommen genau den gleichen Tipp bekommen, intensivierte ich das „Stell-Training“, vorrangig an der langen Seiten der ganzen Bahn. Ein paar Tritte nach innen, gerade stellen, ein paar Tritte nach außen und wieder von vorne. Das Wichtigste hierbei ist logischerweise, die Stellung auch zuzulassen, das heißt mit dem entsprechenden Zügel nachzugeben.

Es dauerte ziemlich lange bis Keks endlich den Hals fallen ließ, abschnaubte und deutlich von hinten nach vorne an den Zügel herantrat. Ganz hundertprozentig locker im Rücken war er noch nicht, aber es war um Längen besser als in den Tagen zuvor. Das erste Mal war ich hier mit dem Dressurtraining zufrieden.

Unsere ersten Baumstammhüpfer

Die Reitanlage in Mainburg hat so einiges zu bieten: eine 20×60 Halle, einen großen Außenplatz mit sehr gutem Boden, Koppeln und eine Geländestrecke. Nach der gelungenen Dressureinheit ging ich mit Keks noch eine kleine Runde ins Gelände, auf die Geländestrecke. Hier gab es auch einige feste Hindernisse mit unterschiedlichen Höhen. Auf der Ebene hatten die Baumstämme es mir dann angetan. Den ersten Versuch startete ich aus dem Trab und ohne zu zögern kamen wir auf der anderen Seite an. Die nächsten Sprünge folgten im Galopp. Nicht nur mir, sondern auch Keks machte es unglaublich viel Spaß. Er galoppierte in gutem Grundtempo vorwärts und vor den Baumstämmen zog er an. Ein Gefühl, welches ich nach wie vor sehr selten bei ihm erlebe und das, wo es sich doch so gut anfühlt!

Das Schönste an unserem Ausflug auf die Geländestrecke war aber die Aussicht. Die Strecke ist etwas hügelig und von der Ebene mit den Baumstämmen aus, hat man einen wunderschönen Blick auf die Reitsportanlage und Mainburg.

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Theorie und Keks genießt den Ausblick

Dass man den Ausblick auch von der Koppel aus gut genießen kann, merkte Keks ebenfalls. Nachdem er die letzten Tage immer ziemlich weit unten, in der Nähe vom Ausgang stand, hat er heute den Weg auf den Hügel entdeckt. Während mein Pferd zusammen mit Sorana auf der Koppel die Aussicht genießt, hatte ich den Nachmittag über Theorieunterricht.

Die Reitlehre war weitestgehend abgeschlossen und nun ging es um den Einstieg in den Turniersport und die Fitness des Reiters. An dieser Stelle sei nochmal betont, dass grundsätzlich alle Themen, die in dem Buch „Die Reitabzeichen 5-1“ der FN [Die Reitabzeichen 5-1 der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Gut vorbereitet für die Prüfung (FN-Abzeichen)] angesprochen werden, prüfungsrelevant sein können. Es gibt aber Bereiche wie beispielsweise Haltung, Fütterung oder Pferdepflege, die eher im Basispass gefragt werden oder die Erste Hilfe und Unfallverhütung, die häufig beim Reitpass Thema sind, und daher für die RA Theorie nicht so tief behandelt werden müssen.

Die große unverständliche Welt des Turniersports

Wie gesagt, ein Thema war der Einstieg in den Turniersport. Angesichts der großen Diskussion, die sich hier entwickelte, merkte man wie wichtig dieses Thema ist und vor allem wie schwierig insbesondere für Turnierneulinge es ist, alles zu verstehen. Von uns Mädels hatte dann so ziemlich jeder etwas zum Thema beizutragen – die eine mehr, die andere weniger, mal zu Recht und mal nicht.

Ich kann mich noch sehr gut an meine Turnieranfänge erinnern, wo ich mich auch mit zahlreichen Fragen und Begriffen auseinandersetzten musste. Da ich mit WBO Turnieren angefangen habe, fiel mir der Wechsel in den LPO Bereich recht leicht. Vieles wird auch deutlich einfacher wie zum Beispiel das Nennverfahren. Dieses läuft komplett online über FN Neon ab, die Startgebühr wird automatisch eingezogen, Startlisten und ähnliches kann man hier direkt nachschlagen. Das einzige, worauf man wirklich achten sollte, ist die Nennung auch abzuschicken und nicht nur vorzumerken, was mir anfangs passiert ist.

Und trotz alledem gibt es immer wieder Dinge, die ich auch nicht genau weiß. So habe ich beispielsweise gerade letzte Woche einmal nachschlagen müssen, was jetzt genau eine geschlossene Prüfung ist. Ich wusste, dass ich in dieser starten darf, aber die genaue Bedeutung war mir schleierhaft. Außerdem lernt man nie aus! An diesem Nachmittag kam unter anderem das Thema Lizenzprüfung auf, die Prüfung, die man ablegen muss um die LK5 beantragen zu können. Ist man bereits auf einem LPO Turnier in einer Prüfung der Klasse A gestartet und hat eine Note von mindestens 6,0 erreicht, kann man diese auch im Nachhinein als Lizenzprüfung anerkennen lassen.

Unser Weg zum Reitabzeichen 4:

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Tag 5

Tag 6

Prüfung


Reitabzeichen in Bayern

Titelbild: © Lara Meiburg Photographie


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