Ich, die vor ein paar Jahren noch reiner Freizeitreiter war. Ich, die durch Wald und Wiesen ritt. Einfach aus Spaß und ohne festes Ziel. Ich, die nie auf Turnieren unterwegs war und erst mit Keks das Springen so richtig gelernt hat. Ich, die vor einem Jahr noch nicht einmal in Besitz eines Reitabzeichens war. Ich will im nächsten Jahr den Trainer C Schein machen.

Als die Idee erstmals aufkeimte

Eine Frage, die immer wieder auftaucht, ist die, nach dem warum? Warum möchte, jemand wie ich, den Trainer C Schein machen? Was will ich damit? Und was bringt mir das? Kurz und knapp, würde die Antwort lauten: persönliche Motivation, Ehrgeiz und Wissensdurst.

Bei dem Lehrgang zum Reitabzeichen 5 habe ich Miriam und Denise kennengelernt, die Pferdewissenschaften studieren und mich recht schnell fragten, ob ich nicht auch den Trainer C Schein machen möchte. Ich machte damals noch große Augen und ein schnelles „nein“ kam über meine Lippen. Warum sollte ich einen Trainerschein machen? Ich habe nicht vor, zu unterrichten und deswegen brauche ich diesen nicht.

Genauso war es die Jahre zuvor auch mit den Reitabzeichen. Als reiner Gelände- und Freizeitreiter, habe ich diese nie gebraucht. Ich hatte nie eine Reitbeteiligung, mit der ich in den Geschmack des Turniersports gekommen bin, geschweige denn regelmäßig am Reitunterricht teilgenommen habe. Während des Studiums hatte Björn mich mal gefragt, ob ich nicht Reitunterricht geben kann. Damals war es eher die finanziell angespannte Situation während des Studiums, die Björn zu dieser Frage bewog. Nachdem ich aber die Voraussetzungen für den Trainer C nachgeschaut hatte, war schnell klar, dass ich das nicht machen konnte. Man braucht zwei Reitabzeichen, das Longierabzeichen und den Reitpass mit Springen. Ich hatte nichts davon und einen ganzen Parcour springen konnte ich nicht einmal.

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Ich nehme die Herausforderung an

Nach Ende des Lehrgangs zum RA5 blieb der Kontakt zu Miriam und Denise und wir verabredeten uns, um im Mai das RA4 gemeinsam zu machen. Für mich sollte das nur die Eintrittskarte in die Leistungsklasse 5 werden, um auf Turnieren in Dressurprüfungen der Klasse L starten zu dürfen. Für Denise und Miriam, war es die Voraussetzung für den Trainer C Schein. Während der 5 Monate, die zwischen dem RA5 und dem RA4 lagen, kam mir der Trainer C immer wieder in den Kopf, aber die endgültige Entscheidung, dass ich diesen machen möchte, fiel erst nach dem RA4 Lehrgang.

Die Lehrgänge mit Keks haben mir persönlich großen Spaß gemacht und ich habe wirklich richtig viel gelernt. Natürlich wusste ich vorher auch schon, dass es eine Skala der Ausbildung gibt, aber wie alles zusammenhängt, verstand ich erst so richtig während des Lehrgangs. Für den Turniersport habe ich mit dem RA5 und RA4 nun alle Voraussetzungen, aber der Reiz an etwas Neuem war geweckt. Ich will noch mehr über die Reitlehre, über Trainingskonzepte und nicht zu Letzt über Pferde lernen. Ich will verstehen, wie man einem Reitanfänger etwas beibringt und das nötige Wissen vermittelt. Man sagt immer, ein Leben reicht nicht aus um Reiten zu lernen, aber ich möchte die Chance nutzen, um so viel wie möglich mitzunehmen. Spaß, an dem was ich tue, ein Fünkchen Ehrgeiz und das Bedürfnis noch mehr zu lernen, das ist der Grund, weshalb ich den Trainer C Schein machen möchte. Fakt ist auch, dass ein Trainer C Lehrgang, kein Spaziergang ist und alle bestehen. Teilweise wird sogar ziemlich ausgesiebt. Verständlicherweise! Denn neben gutem Reiten, muss man auch in der Lage sein, die Theorie und die Reitlehre zu vermitteln. Das kann nicht jeder. Ich weiß momentan nicht einmal, ob ich das kann, aber ich freue mich auf diese Herausforderung.

Das Ende bleibt offen

Pferde und der Reitsport haben schon immer einen unglaublich großen Teil in meinem Leben eingenommen. Vor Keks, hatte ich Reitbeteiligungen auf verschiedenen Pferden, die mich alle irgendwo geprägt haben. Ich liebe es meine Freizeit im Stall zu verbringen, mich mit Reitsportthemen zu beschäftigen und vor allem reizt es mich „Probleme“ anzugehen, wenn auch auf meine Art und Weise. Dennoch gehöre ich nicht zu den Leuten, die bereits Unterricht geben und deswegen den Trainer Schein machen möchten. Ich weiß nicht einmal, ob ich jemals Unterricht geben werde, aber ich habe besonders im vergangenen Jahr gemerkt, dass es mir Spaß machen würde. Die kleine Miriam, also nicht die vom Reitabzeichen Lehrgang, war zum Reitunterricht zu Besuch und konnte am Ende, Keks auf unserem Hofturnier im Führzügelwettbewerb reiten. Anfang Oktober habe ich meinen kleinen Neffen, der gerade mal 5 Jahre alt ist, an das Reiten herangeführt und seit einiger Zeit helfe ich einer Freundin bei der Ausbildung ihres Pferdes. Eine Aufgabe, in der ich wirklich aufgehe und an der ich richtig viel Spaß habe.

Wo der Weg mit dem Trainer C Schein hinführen wird und ob ich jemals Reitunterricht geben werde, steht völlig in den Sternen. Dies ist aber auch nicht meine Motivation für den Lehrgang, sondern in erster Linie, mache ich es für mich. Was dann kommt, wird sich zeigen.

Erst einmal geht es nächste Woche zum Sichtungstag, wo auf Herz und Nieren überprüft wird, ob ich überhaupt ein geeigneter Kandidat bin. Die formalen Voraussetzungen habe ich und nun wird es auf die Praxis ankommen. Ich bin gespannt und mal wieder furchtbar aufgeregt!

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