Bodenarbeit schafft Vertrauen – ja. Trotzdem habe ich manchmal den Eindruck, dass bei Keks alles zu spät ist. Seit über einem Jahr versuche ich ihm beizubringen relaxt und gechillt über eine Plane zu gehen. Mal klappt es gut, mal so gar nicht. Vor einiger Zeit habe ich versucht ihn auf der Plane anzuhalten. Das war in etwa so, 3-2-1 – „Hilfe da ist was unter mir!“ Keks ist panisch zurück gewichen, und hat dabei auch noch mit den Vorderhufen die Plane mitgezogen, was ihn nur noch panischer gemacht hat. Fazit: Er hat bisher überhaupt nicht begriffen, dass die Plane nicht schlimm ist. Geht er nun drüber, weil er mir vertraut? Und warum geht er manchmal und dann wieder nicht drüber? Gespaltene Pferdepersönlichkeit…!?

Der praktische Nutzen

Keks hat Probleme mit allem was von unten kommt. Das äußert sich beim Springen und im Gelände. Im Gelände ist er mit mir schon über die weißen Striche auf den Straßen gesprungen, er hat Probleme mit ungewohnten Bodenbelägen und er macht ein Drama aus Gullideckeln. Sollte er irgendwann den Sinn der Plane begreifen, hoffe ich, das sich das alles auch bessert.

So fing alles an

Als ich das erste Mal Bodenarbeit mit Keks gemacht habe, war ziemlich deutlich erkennbar, dass auf diese Art und Weise wohl noch nie mit ihm gearbeitet wurde. Er reagierte selbst auf die einfachsten Führübungen verunsichert, weil er nicht wusste was ich von ihm will. Aber er hat dann echt schnell gelernt und bereits nach wenigen Einheiten waren die Führübungen klar und er machte alles ganz brav.
Die Plane ist schon eine sehr anspruchsvolle Übung und am Anfang hatte ich auch keine Chance ihn da drüber zu kriegen. Alles was von unten kommt ist böse – sagt Keks. Ich kann die Plane in der Hand halten und hinter ihm herziehen. Ich kann die Plane über ihn drüber legen. Aber drüber gehen? No way!

Unser Planentraining

Ich habe mit einer Stangengasse angefangen, wo er brav durchgegangen ist. Dann habe ich in die Gasse leere Milchtüten gelegt – wenn ihr das nachmacht, unbedingt den Deckel abschrauben, damit die nicht explodieren wenn das Pferd drauf tritt. Er ist auch durchgegangen, aber verunsichert und sehr bedacht darauf bloß nicht die Milchtüten zu berühren – das kommt von unten, das ist böse! Im Milchtütenstadium verweilten wir zunächst ziemlich lange. Mit der Zeit wurde Keks aber immer sicherer und trat auch immer mal wieder – natürlich aus Versehen – auf eine Milchtüte drauf.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass er jetzt soweit ist und man einen Schritt weiter gehen kann. Die Plane. Auch wieder in der Stangengasse, aber für den Anfang so klein zusammen gefaltet, dass er auch einen großen Schritt drüber machen konnte. Bei unserer ersten Übungseinheit mit der Plane, dauerte es ziemlich lange bis ich ihn überzeugen konnte einfach einen großen Schritt zu machen und drüber zu gehen. Aber es klappte! In den folgenden Bodenarbeitsstunden, wurde die Plane immer weiter auseinander gefaltet. Irgendwann blieb ihm nichts anderes übrig, als draufzutreten und er machte es auch. Schockiert, dass da was ist, aber er ging drüber.

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So weit, so gut. In diesem Stadium sind wir nach wie vor. Manchmal geht er brav drüber, manchmal gar nicht. Geht er gar nicht, lasse ich das aber nicht mehr zu. Ich habe den Eindruck, dass es eine ähnliche Situation wie beim Springen ist. Er will nicht und testet eben. Hätte er Angst vor der Plane würde er nicht so entspannt in der Weltgeschichte umher schauen. Ich baue dann so lange Druck auf bis er drüber geht, dann wird viel gelobt, nochmal wiederholt und mit was Gutem die Stunde beendet.

Mein Ziel

Ich möchte irgendwann mal soweit kommen, dass ich über die Plane reitenund auch darauf anhalten kann. Und das wird sehr sehr laaaaaange dauern. Natürlich erhoffe ich mir, dass Keks irgendwann vielleicht doch nochmal begreift, dass er mir Vertrauen kann und das nichts schlimmes passiert, wenn ich dabei bin.


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