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Du gehst gerne Ausreiten, suchst aber eine neue Herausforderung? Dein Pferd ist gelände- und verkehrssicher, beherrscht die grundlegende Dressurarbeit und kann kleinere Sprünge absolvieren? Dann ist ein TREC Ritt genau das Richtige für dich!

Was ist TREC?

TREC steht für Techniques de Randonnée Equestre de Compétition und kommt, wie der Name erahnen lässt, aus Frankreich. Der TREC ist ein national und international anerkannter Wettbewerb, bestehend aus drei Teilprüfungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Herausforderung dabei: Du musst alle Prüfungen mit demselben Pferd reiten.

Du weißt, ich berichte hier nur über Veranstaltungen, die ich selber besucht habe. Ende Mai 2019 habe ich Pferd, Mann und Kind eingepackt. Zusammen mit einer TREC erfahrenen Freundin und ihrem Pferd, fuhren wir in den Schwarzwald. Ziel war der Hof Brachfeld, gelegen im kleinen Örtchen Sulz. Im Vergleich zu den meisten anderen Reitern, die im Zelt übernachteten und ihre Pferde auf einem abgetrennten Stück Weide hielten, bezog Keks eine Gastbox und wir ein Pensionszimmer. Mit Janne, unserer gerade mal 8 Monate alten Tochter, war dies für uns die bessere Variante.

Gastboxen in der Reithalle

Der Orientierungsritt mit Karte und Kompass

Am ersten Tag findet das Kernstück eines TRECs, der Orientierungsritt, statt. Kurz: POR – parcours d’ orientation et de régularité. Als TREC Neuling habe ich diese Teilprüfung ganz charmant mit Ausreiten beschrieben. Spätestens als meine Freundin mir das Kartenlesen beibringen wollte, wurde mir klar, dass wir nicht nur ausreiten gehen. GPS und Handys sind übrigens nicht erlaubt.

Am Prüfungsmorgen machte ich Keks komplett fertig. Sattel, Trense, Packtasche, Kartentasche und Kompass. Um 9:45 Uhr war für mich Prüfungsbeginn. Nicht auf dem Pferd, sondern im Kartenraum. Ich hatte exakt 20 Minuten Zeit, den Weg, den ich reiten sollte, auf meiner eigenen Blankokarte einzuzeichnen. Das war machbar, aber durchaus die erste Hürde. Wenn du dich hier vermalst, dann sammelst du bereits die ersten Minuspunkte, da du dich später im Gelände verreitest.

Mit meiner Karte unter dem Arm, ging es zurück zu Keks, direkt in den Sattel und auf die Strecke. Klar, du könntest jetzt auch nochmal das stille Örtchen aufsuchen, aber die Zeit läuft bereits. Im Gelände reitest du ausschließlich mit deiner Karte und Kompass. Noch dazu kommt, dass für jeden Abschnitt eine bestimmte Geschwindigkeit vorgeschrieben ist. Das klingt jetzt erstmal sehr kompliziert, aber das ist es nicht. Mit einer guten Vorbereitung bekommst auch du das hin.

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Die Rittigkeitsprüfung mit einem Hauch Versammlung

Am zweiten Tag steht die Rittigkeitsprüfung an. Kurz: MA – maîtrise des allures. Die Teilprüfung ist an das Dressurreiten angelehnt. Auf einer 150 m langen Strecke musst du dein Pferd im Galopp und Schritt vorstellen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn der Galopp muss so langsam, also versammelt, wie möglich sein und der Schritt so schnell wie möglich.

Für diese Teilprüfung ist eine gute Dressurausbildung natürlich sehr wichtig. Im Schritt war meine Hilfengebung leider nicht fein genug, so dass Keks kurz angetrabt ist. Das gab dann keine Punkte für uns. Im Galopp, schön versammelt, konnten wir uns die volle Punktzahl sichern. Das hat am Ende tatsächlich gereicht und wir konnten diese Teilprüfung gewinnen!

Der Geländeritt mit Hindernissen und Geschicklichkeit

So wie ich bei der Teilprüfung Orientierungsreiten von Ausreiten sprach, so beschrieb ich die Teilprüfung Geländereiten mit „wie bei einer Vielseitigkeit“. Allerdings stimmt das überhaupt nicht. Im Vergleich zu der Geländeprüfung bei einer Vielseitigkeit, müssen beim TREC nicht nur Hindernisse überwunden, sondern auch Geschicklichkeitsaufgaben gelöst werden. Zum Beispiel Rückwärtsrichten oder das Pferd in einem Zirkel abstellen, wobei es dort stehen bleiben muss, während man sich selbst ein paar Meter entfernt.

Oft gibt es auch einen Wechsel von Aufgaben aus dem Galopp zu ruhigen Sachen, wie beispielsweise 10 Sekunden stillstehen. Bei einigen Hindernissen kannst du die Gangart selber wählen. Mein Parcours beinhaltete einen Slalom, wobei es für die Bewältigung im Schritt 1 Punkt, für Trab 5 Punkte und für Galopp 10 Punkte gab. Da Keks einen guten Versammlunsgrad im Galopp hat, ritt ich den Slalom im Galopp und bekam so auch die volle Punktzahl.

Es gab aber auch Hindernisse, die wir nicht so gut hinbekommen haben. Beispielsweise der Stillstand. Ich musste in einem Kreis zum Halten durchparieren und meine Arme zur Seite strecken. Das bedeutet, du hast keine Einwirkung mehr über den Zügel. Keks sollte 10 Sekunden stehenbleiben, bei 7 Sekunden ging er leider los. Trotzdem haben wir für dieses Hindernis noch 7 Punkte bekommen.

Selbst wenn im Parcours Hindernisse drin sind, die du dich nicht traust, ist das kein Problem. Du kannst einzelne Hindernisse jederzeit auslassen. Dafür gibt es dann natürlich keine Punkte, aber du bist nicht gleich aus der Prüfung ausgeschieden. Ich hatte zum Beispiel noch Treppen in meinem Parcours, die ich nicht absolviert habe. Für dieses Hindernis habe ich dann einfach 0 Punkte bekommen und konnte aber direkt weiterreiten.

Ein Teil des Geländeparcours

Abgehen der Geländestrecke

Meine 6 ganz persönlichen Tipps für deinen ersten TREC

Ein TREC ist definitiv mehr als „nur“ Ausreiten und eine tolle Herausforderung für jedes Pferd und jeden Reiter. Wenn du planst an einem TREC teilzunehmen, dann lade dir zunächst das Regelwerk herunter und mache dich mit den Hindernissen, die dich in der letzten Teilprüfung erwarten können, vertraut.

1. Bereite dich und dein Pferd gut vor

Wie bei jeder Prüfung, solltest du dich auch auf einen TREC vorbereiten. Vieles kannst du gut zu Hause üben, zum Beispiel den Umgang mit Karte und Kompass. Natürlich musst du auch dein Pferd auf einen TREC vorbereiten. Dafür unternimmst du am besten längere Ausritte, reitest regelmäßig Dressur und baust kleinere Sprünge und Geschicklichkeitsaufgaben in dein Training ein. Das Training von deinem Pferd darfst du wirklich nicht auf die leichte Schulter nehmen. Alle Pferde müssen vor, während und nach jeder Teilprüfung dem Tierarzt vorgestellt werden. Es erfolgt eine sogenannte Verfassungsprüfung. Der Tierarzt überprüft Puls und Atmung und guckt sich das Pferd in der Bewegung an. Pferde, die den Anforderungen konditionell nicht gewachsen sind, werden aus dem Wettbewerb genommen.

Zum Weiterlesen:

Training im Gelände – so wird es zum Erfolg!

5 Tipps für den sicheren und erfolgreichen Ausritt

Vet-Check

2. Starte mit einem Wettbewerb für Einsteiger

Beim TREC gibt es, angelehnt an die Distanz beim Orientierungsritt, verschiedene Schwierigkeitsstufen. Entweder du reitest den TREC 15, TREC 20, TREC 30 oder TREC 40, wobei es sich jeweils um 15, 20, 30 oder 40 km handelt. Ich denke es versteht sich von selbst, dass du beim ersten Mal mit einem TREC 15 oder 20 startest. Beide Varianten sind für Anfänger geeignet, der TREC 15 ist allerdings nicht ganz so oft ausgeschrieben.

3. Reite deinen ersten TREC im Team

Deinen ersten TREC reitest du am besten im Team mit einer bereits erfahrenen Person. Das hat den Vorteil, dass du dich in schwierigen Situationen vermehrt auf dich und dein Pferd konzentrieren kannst und nicht gleichzeitig auch noch Karte lesen musst. Außerdem kannst du dir so noch einige Tricks abschauen, denn insbesondere in der Teilprüfung Orientierungsreiten, bauen die Veranstalter ganz gerne mal ein paar Schwierigkeiten ein und schnell ist man auf dem falschen Weg gelandet.

4. Zeichne deine Karte sehr genau und sorgfältig

Damit komme ich auch direkt zu meinem nächsten Tipp: Wenn du die Karte abzeichnest, dann tu dies sehr sorgfältig. Es kann durchaus sein, dass ein Weg nicht eingezeichnet oder ein eingezeichneter Weg auf der Strecke nicht auffindbar ist. Du kannst für das Abzeichnen des Wegs in deine Karte auch unterschiedliche Farben verwenden und dir Stellen, die dir schwierig erscheinen, markieren. Benutze auf jeden Fall wasserfeste Stifte.

5. Orientiere dich anhand der Karte bevor du losreitest

Bevor du losreitest, orientiere dich auf der Karte. Wo ist der Startpunkt? Wohin muss ich als erstes Reiten? Und aus welcher Richtung komme ich zurück? Wenn du auf der Strecke unterwegs bist, verfolge immer den Weg auf der Karte. Du solltest immer wissen, wo du dich auf der Karte gerade befindest. Selbst wenn du dich mal verreitest, ist das nicht schlimm, so lange du noch weißt, wo du bist.

6. Mache dir keine Gedanken über irgendwelche Zeitvorgaben oder Punkte

Wenn du das erste Mal einen TREC reitest, dann mache dir nicht allzu viele Gedanken über die Zeitvorgaben. Wenn du die richtige Strecke reitest und dort, wo es sich vom Weg her anbietet, trabst oder galoppierst, dann ist das schon mal ganz gut. Das Zeitgefühl kommt mit der Erfahrung. Genauso verhält es sich mit den Punkten beim Geländeritt und der Rittigkeitsprüfung. Versuche erst einmal die Hindernisse, so wie du es kannst und dir zutraust, zu bewältigen. Du wirst sehen so kommt schon mal einiges an Punkten zusammen.

Und wie heißt es so schön? Dabei sein ist alles!

Viele weitere Informationen und aktuelle Termine findest du hier: TREC – Orientierungsreiten

So, und wenn du dich nun entschieden hast, deinen ersten TREC in Angriff zu nehmen, dann hast du eine tolle Entscheidung getroffen und ich wünsche dir ganz viel Spaß dabei!

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