Rein menschlich gesehen bin ich manchmal nicht ganz einfach. Ja, ich gebe es zu. Ich bin ein sehr ehrlicher, direkter und selbstbewusster Mensch. Das klingt an sich nicht sonderlich erschreckend, bedeutet im Umkehrschluss aber, dass ich meine persönliche Meinung ehrlich und vor allem auf direktem Wege, also ohne großartige Umschreibungen, sage. Wenn nun Stallkollegin, nennen wir sie Sieglinde, zu mir sagen würde „Schau mal! So ein wundervolles pink an meinem Fuchs Bruno“, dann hätte ich direkt zwei Sachen auf der Zunge: Pink am Wallach ist für mich ein no go. Und Pink am Fuchs sieht blöd aus. Wenn ich sage, ich sei ein ehrlicher und direkter Mensch, der nicht lange rumlabert, dann kann man sich wohl ganz gut vorstellen, was ich zu Sieglinde sagen würde.

Der Ton macht die Musik

Keks und ich sind mittlerweile ein Team geworden und dennoch gibt es Situationen, in denen er mir zu verstehen gibt, das dieses oder jenes jetzt nicht in Ordnung sei. Das tut er auf seine Art und Weise, aber sehr ehrlich und direkt. Er hat sehr feine Antennen und ist unglaublich sensibel. Wenn etwas nicht stimmt, nimmt er es sofort wahr und tritt mir dementsprechend entgegen.

Sehr beeindruckend finde ich auch wie unterschiedlich Keks mit anderen Menschen umgeht. Von den einen lässt er sich nahezu problemlos an den Ohren anfassen, von anderen wieder nicht. Mit Kindern geht er unglaublich vorsichtig, ja fast fürsorglich um. Man könnte an dieser Stelle den Klassiker anbringen und sagen „Der Ton macht die Musik“.

Keks interessiert es nicht welchen Job ich habe, wie groß meine Wohnung ist, wie viel Geld ich in der Tasche habe und welches Auto ich fahre. Er achtet darauf, ob ich lächelnd, genervt oder gar verärgert in den Stall komme. Er merkt ganz genau ob ich ihm freudig oder traurig gegenüber trete und er würde sich am liebsten in Luft auflösen, wenn ich wütend bin.

Auf Augenhöhe, respektvoll, ehrlich und fair

In der heutigen Zeit geht es so oft nur noch um das höher, schneller, weiter und der Druck steigt zunehmend. Im Grunde genommen geht das in der Schule schon los. Man muss das Abitur machen. Dann muss man studieren. Dann einen gut bezahlten Job haben. Männer müssen Karriere machen, Frauen dürfen eventuell ein Kind bekommen, aber höchstens eins. Danach müssen Sie zurück in den Job.

Ist es wirklich notwendig bei allem einen derartigen Druck auszuüben? Wäre es nicht viel schöner, wenn wir uns alle auf Augenhöhe, respektvoll und fair begegnen?

Ich glaube ich hätte folgendes zu Sieglinde gesagt: „Sorry, aber pink am Wallach geht gar nicht und am Fuchs erst recht nicht.“ Das ist eine ehrliche und direkte Antwort, jedoch nicht gerade fair und respektvoll. Ist Sieglinde sensibel, dann wird sie nach meiner Antwort gekränkt und vielleicht sogar traurig sein.

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Jeder kann von Pferden lernen

Es gibt viele Leute, die mich für meine direkte Art schätzen und es gibt mindestens genauso viele Leute, die diese Art an mir nicht leiden können. Meine Antwort hätte ja auch lauten können: „Sieglinde, ehrlich gesagt ist pink nicht so meine Farbe, aber das ist reine Geschmackssache. Wenn dir die Farbe gefällt, dann ist das doch super.“ Auf Augenhöhe, fair und respektvoll.

Wie bereits angedeutet, entscheiden Pferde nicht anhand von Statussymbolen. Tritt man einem Pferd gegenüber, dann sind es am Ende Mimik und Gestik, die darüber entscheiden ob Pferd und Mensch Freunde werden. Direkt bei der ersten Begegnung geben Pferde uns ein ehrliches Feedback, beispielsweise in Form des Ohrenspiels, und können uns so lehren wie man respektvoll mit seinen Mitmenschen umgehen sollte.

Jeder Mensch kann in sogenannten pferdegestützen Coachings von Pferden lernen. Dazu muss man weder Reiten können noch Erfahrung im Umgang mit Pferden mitbringen. Aber eines wird man in diesem Kurs ganz sicher haben: eine Begegnung mit einem Pferd, mit sich selbst und den anderen Teilnehmern. Dabei sind alle unterschiedlich und anderes, eben 3FACH ANDERS.

Einmal Hamburg und zurück

Wie läuft so ein Coaching ab? Was wird da gemacht? Was können Manager und Führungskräfte bei so einem Training lernen? Wobei genau kommt das Pferd zum Einsatz? Was sind das für Pferde, die bei einem derartigen Training dabei sind? Wie würde so ein Coaching auf mich wirken? Ist danach alles anderes?

All diese Fragen werde ich hoffentlich bald beantworten können, denn im Oktober geht es für mich nach Hamburg zu einem pferdegestützen Coaching von 3FACH ANDERS. Ich freue mich total einen Einblick, in einen mir bisher völlig unbekannten Bereich der Pferdewelt, zu bekommen und natürlich auch auf die einmalige Möglichkeit die Menschen hinter 3FACH ANDERS kennenzulernen.


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