Dieser redaktionelle Beitrag enthält Werbung.

Die Reitausbildung von Kindern erfolgt unter anderem an der Longe. Als Ausbilder hat man somit eine gute Möglichkeit, die Kinder behutsam und sicher an die Bewegungen des Pferdes zu gewöhnen. Die Kinder lernen wie sich Schritt, Trab und später auch der Galopp, anfühlen. Damit die Reitstunde nicht monoton und langweilig wird, sollten verschiedene Übungen einfließen.

Ausbildung an der Longe ja, aber nicht ausschließlich

Kinder sollen das Reiten nicht ausschließlich an der Longe lernen. Auch wenn man das leider in vielen Reitschulen so sieht und es für den Reitlehrer am einfachsten ist, so hat das Longieren doch auch Nachteile. Zum einen belastet das Longieren den Körper einseitig und zum anderen sind die Fliehkräfte, die an der Longe zwangsläufig entstehen, auf den kleinen Kinderkörper doch recht groß sind. Kinder haben noch nicht so viel Kraft, um das auszugleichen und können schnell überfordert werden.

Deswegen ist es ganz wichtig, Kinder nie zu lange an der Longe reiten zu lassen, immer wieder ausreichend Schrittpausen einzulegen und Alternativen zu schaffen. Das kann beispielsweise ein geführter Schrittausritt ins Gelände oder Geschicklichkeitsparcours sein. Außerdem lieben es Kinder sich gegenseitig zu führen, denn für die meisten steht gar nicht das Reiten im Vordergrund, sondern der Umgang mit dem Pferd.

Hinweis: Für die folgenden Übungen eignet sich am besten die Verwendung eines Longiergurtes mit Griffen (z.B. Busse Longiergurt*). Die hier vorgestellten Übungen schulen Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition. Die Übungen können mit nur einem Kind durchgeführt werden oder mit mehreren Kindern, wobei die, die jeweils nicht reiten, miteinbezogen werden, in dem sie dem Reiter Aufgaben stellen. Der Ausbilder muss natürlich überprüfen, dass die gestellten Aufgaben nicht zu schwer sind.

Zum Weiterlesen: Kinderreitunterricht in einer Welt mit Bewegungsmangel: Ein Dilemma?

1. Armparade

Das Kind streckt einen Arm zur Seite, nach oben, vor oder hinten und balanciert sich dabei weiter auf dem Pferd aus. Danach kommt der andere Arm. In der fortgeschrittenen Ausbildung können später beide Arme zur Seite gestreckt und auch im Trab geritten werden. Damit das Kind animiert wird eine gewisse Zeit durchzuhalten, kann es leichte Wörter buchstabieren oder bis Zehn zählen.

2. Körperklaus

Wird die erste Übung sicher beherrscht, können die Anforderungen gesteigert werden und mein sogenannter Körperklaus kommt zum Einsatz. Hier wird der rechte Arm zur Seite gestreckt, die linke Hand fasst an die Nase, dann die rechte Hand an das linke Ohr, die linke Hand an das rechte Knie und danach wird der rechte Arm nach oben gestreckt. Dieses Spiel kann beliebig weitergeführt werden. Der Kreativität des Ausbilders sind keine Grenzen gesetzt und die Kinder finden das in der Regel sehr lustig.

3. Musik machen

Die meisten Kinder lieben Musik und kennen bereits erste Instrumente wie beispielsweise Blockflöte oder Trommel. Bei dieser Übung darf das Kind auf dem Pferd Musik machen. Mal eine leise Melodie mit der Blockflöte spielen und dabei die Fingerkoordination trainieren, mal laut trommeln und dabei den ganzen Oberkörper mitnehmen. Die Musikinstrumente können natürlich beliebig ausgeweitet werden: Klavierspielen, Geige usw. Je nach Pferd kann das Musizieren auch mit richtiger Musik begleitet werden.

4. Kuchen backen

Bevor ich mit dieser Übung starte, frage ich immer: „Was für einen Kuchen magst du denn am liebsten?“ Egal ob Apfel- oder Erdbeerkuchen, jetzt wird auf dem Pferderücken Kuchen gebacken. Diese Übung weckt das Vorstellungsvermögen der Kinder – und Kinder sind wahre Profis darin. Für den Kuchen werden Äpfel vom Baum gepflückt. Dabei muss sich das Kind ganz weit nach oben strecken und natürlich laut mitzählen. Dann werden Eier aufgeschlagen und der Teig angerührt. Dabei wird sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand gerührt und gleichzeitig wieder die Koordination geschult.

5. Knotenparade

Ich gebe meiner Reitschülerin ein etwa 1 Meter langes Stück Seil in die Hand. Sie soll in 30 Sekunden so viele Knoten wie möglich machen. Die Übung kann im Schritt, Trab oder auch Galopp erfolgen. Je höher die Gangart, desto schwieriger. Anschließend wird natürlich auch wieder aufgeknotet, zum Beispiel im Schritt mit geschlossenen Augen.

6. Reitakrobat

Hier geht es ein bisschen ins Voltigieren, aber ich finde es unglaublich wichtig, dass Kinder sich auf dem Pferderücken auch ausprobieren können. Zum einen sind diese Übungen echte Herausforderungen und zum anderen lernen sie auf spielerische Art und Weise sich auszubalancieren. Sie können sich auf dem Pferderücken einmal drehen, rückwärts reiten, sich hinhocken oder sich so weit nach hinten lehnen, dass der Schweif berührt werden kann.

Ich baue hier auch gerne folgende Übung ein: Das Kind dreht sich zur Seite, so dass beide Beine auf einer Seite sind. Aus dieser Position lasse ich sie vom Pferderücken herunterspringen: „Traust du dich runterzuspringen?“. Den meisten Kindern nimmt das, zumindest ein bisschen, die Angst vor einem Sturz.

7. Ballparade

Die Ballparade erfordert schon etwas mehr Geschick, Balance und Losgelassenheit. Das Kind sitzt auf dem Pferd, wirft den Ball hoch und fängt ihn wieder. Noch lustiger wird es, wenn mindestens zwei Kinder zusammen Reitstunde haben: eines reitet an der Longe und das andere steht außerhalb des Zirkels und wirft den Ball. Das Kind an der Longe muss den Ball fangen und dann auch wieder zurückwerfen.

8. Schwarzer Sack

Für dieses Spiel benutze ich einen schwarzen Turnbeutel, den ich an einem Griff des Longiergurtes knote. Der Beutel ist gefüllt mit den unterschiedlichsten Sachen aus dem Pferdealltag: Hufkratzer, Wurzelbürste, Leckerlis, Mähnengummis, Gebiss – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Nun muss die Reitschülerin die einzelnen Sachen ertasten und erraten.

9. Stangenparade

Wie oben schon gesagt, lieben die meisten Kinder die Herausforderung und über eine Stange zu reiten ist eine. Nach den ersten Versuchen schließt das Kind die Augen und muss nun laut „Jetzt“ sagen, wenn es über die Stange reitet. Ich verlagere bei dieser Übung auch ganz gerne mal den Zirkel, damit es nicht bei jeder Runde über die Stange geht. So lernt mein Reitschüler, wie es sich anfühlt, wenn das Pferd im Schritt über die Stange geht oder auch trabt.

10. Untersetzer-Transport

Für diese Übung werden entweder außerhalb vom Longierzirkel Sprungständer platziert oder es wird in der Halle bis an die Bande rauslongiert. Auf der Bande oder einem Sprungständer liegt ein Untersetzer. Das Kind nimmt diesen im Vorbeireiten mit und legt ihn auf der gegenüberliegenden Bande oder einem weiteren Sprungständer wieder ab. Ich nutzte anfangs große DIN A4 Pappen, damit sie besser greifbar sind. Später, wenn die Kinder schon etwas geübter sind, nehme ich DIN A5 Pappen bis hin zu kleineren Getränke-Untersetzern. Außerdem ist es sinnvoll die Pappen einzulaminieren, da sie doch recht schnell kaputt gehen.


Meine Mädels tragen auf den Bildern die Kinder-Reitleggings der RidersDeal Collection*. Sie hatten vor Dealstart die Möglichkeit die Leggings zu testen und sagen folgendes:

“Anfangs hat die Leggings in den Kniekehlen etwas gezwickt, aber nach dem ersten Reiten war das weg. Der breite Bund gefällt mir besonders gut, weil er sehr bequem ist.”

“Die Leggings ist total bequem, der Grip hält, ich sitze gut im Sattel und die Handytasche ist sowieso super. Für mich gibt es nichts negatives zu sagen.”


Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit RidersDeal. Ich freue mich, wenn ein cooles Unternehmen den Wert meiner Arbeit erkennt und mich dafür bezahlt. Nur so ist es mir möglich viele Inhalte kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Natürlich ist meine Meinung nicht käuflich!

*Affiliate Link. Das bedeutet ich bekomme eine kleine Provision, wenn ihr über diesen Link einkauft. Ihr habt dadurch keinerlei Nachteile oder Mehrkosten, könnt aber meinen Blog und meine Arbeit damit unterstützen, wofür ich mich ganz herzlich bedanke!


Sharing is caring...
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter